Samstag, 16. Januar 2016

~ Ich bin dann mal da... jetzt wirds ernst ~

Und deswegen hier die nächste Wochen keine Einträge sondern bei

Donnerstag, 14. Januar 2016

~ Wasserstandsmeldung ~

Kaum hat man mal ein paar Tage frei, schon ist man voll im Freizeitstress.

Irgendwo sind da die grauen Zeitfresser unterwegs. Morgen schon hol ich mir mein Wohnmobil ab und begeb mich auf große Tour und ich weiß nicht, wo all die Zeit geblieben ist. Gelangweilt hab ich mich nicht.

Liegt sicherlich unter anderem daran, dass ich mir ein (fast) tägliches Sportprogramm aufgegeben hab, das teilweise echt zeitfressend ist. Jeder Läufer in Verletzungspause (ich glaub, ich nenn das bei mir lieber mal zukünftig Verletzte mit kleinen Laufpassagen) weiß, dass jedwede Form von Alternativsport zeitraubender ist. Was ich mit 40 Minuten Laufen am Tag schaffen kann, beschäftigt mich beim Radfahren inkl. der Wintermontur und Rad aus dem Keller etc. bestimmt 1,5-2 Stunden, um den gleichen Effekt zu erzielen. Gleiches gilt für Walken etc.

Lustigerweise hab ich ja das mir so verhasste Ergometer entdeckt und schaffe ganz gut mittlerweile zumindest 70 Minuten auf dem Ding. Durch den fehlenden Gegenwind schwitzt... äh transperiert man auf dem Ding recht gut und ich werde demnächst Oberschenkel haben, die ihresgleichen suchen. Merke: Radfahren und anschließendes Krafttraining im Studio funktioniert nicht so gut, wenn es auf die Beinmuskulatur ankommt - da fängt die dann auch mal an zu meckern.

Was ich aber kurz der werten Leserschaft berichten wollte, ist der Status zu meinem vermeintlich erneuten Leistenbruch (es geht ja nix über Selbstdiagnose). Der Arzt (wer heißt schon als Chirurg Stechemesser... - im übrigen war gestern bei WDR jemand in der Aktuellen Stunde der hieß Opfermann und arbeitet bei der Verbraucherzentrale - ich find sowas ja lustig) ließ nun zum zweiten mal verlauten, dass ich keinen erneuten Leistenbruch habe.

Er erklärte mir den Erinnerungsschmerz. Ich bin ja seinerzeit 2 Jahre mit dem Leistenbruch rumgelaufen, bis er entdeckt und in Folge dessen auch operiert wurde (die Länge der Laufpause damals lässt sich daraus erlesen). In der Zeit hat mein Gehirn diesen Schmerz abgespeichert. Durch das Behandeln der Narbe durch den Osteopathen liegen die bei der OP durchgekappten Nerven nun irgendwie anders und werden gereizt. Mein Gehirn sagt... oh... das ist wie damals beim  Leistenbruch, den Schmerz kenn ich, den melde ich direkt mal.

Was tun? Es gibt Spritzen an den Nerv (aua). Das kann man ein paar mal wiederholen. Bei 50 % der Patienten bekommt man damit Ruhe. Tritt der Effekt nicht ein, kann man eine erneute OP vornehmen, die Nerven stärker kappen und woanders hinlegen (so hab ich es verstanden), dass sie eben nicht mehr gereizt werden.

Nun könnte ich jetzt zetern und den Osteopathen an die Wand nageln. Das bringt mich aber keinen Schritt weiter, er hatte ja keine böse Absicht. Also dürft Ihr jetzt (über FB hatte ich ja schon aufgerufen) alle Daumen drücken, dass ich zu den richtigen 50 % gehöre und ich vielleicht sogar schon während meiner Tour meine ersten Laufversuche machen kann. Ob die Spritze gut geholfen hat, merke ich in einer Woche, bis dahin wird es dann auch keinen Laufversuch geben.

Danke fürs Zulesen!

Montag, 11. Januar 2016

~ Traue niemals einer Wetter-App ~

Im Moment bin ich autolos. Das ist insoweit praktisch, als dass ich ja sowieso viel Sport machen möchte. Was passt also besser, als meine morschen Knochen auf das schwarze Ross zu hieven und gen Rückentraining zu trampeln.

Wäre da nicht der Regen. Ok, ist nur Wasser aber Regen aufm Rad macht nun mal so gar keinen Spaß. Gestern noch sagte die Wetter-App, dass es am Vormittag regnet. Hingegen sprach das Ding heute morgen mit mir und säuselte mir eine sehr geringe Regenwahrscheinlichkeit für den Vormittag vor.

Warum also Regenzeugs einpacken. Jedes Kilo zählt auf einer Tour und da ich die Radtour verlängern und nicht direkt hin- und zurück wollte, war mir das recht.

Ging auch erstmal gut. Wer sich Outdoor-Sportler nennt, kennt die üblen Wetter-Anzeigen und als ich sah, dass von Südwesten dicke Wolken aufzogen, ahnte ich Böses. Aber erstmal war ich nach 25km in der Folterkammer angekommen. Btw.. versucht mal Oberschenkelmuskeltraining nach den ersten 1,5 Stunden Rad fahren.. haha.. lustig ist das. Neee... aua ist das.

Als ich raus kam, war das Elend komplett. Es regnete Bindfäden. Aber weinen nützt dann auch nichts. Aufs Rad schwingen und durch heißt die Devise. Kann ich mich zumindest wie eine Heldin fühlen. Ok, eine nasse Heldin aber eine Heldin. Die 10km nach Hause so schnell wie die Oberschenkel noch zuließen und erstmal alle nassen Sachen in die Ecke geschmissen.

Fotos gibts davon nicht, dafür ein paar von unserem gestrigen Spazierung im industriellen Köln (Mülheim). Da wir so viel fotografiert haben, konnten wir die Tour nicht zu Ende gehen. Fortsetzung folgt also.

Der vertikale Parkplatz!

Im Kunstwerk - leider kurz vor Räumung!



Alte Fabrikhallen und Bürokomplexe - hier wird Wohnraum entstehen!


 
Kunst am Bau bzw. der Industrie!
 

Home is where the Dom is!
 

Und speziell für Doris noch ein Bild. Gestern früh verschwand das Wolkenband des wirklich heftigen Regens, um der Sonne Platz zu machen.







Sonntag, 10. Januar 2016

~ Hund, Köln, Kölsch und alles in Seifenblasen ~

Nicht und Hund bleiben noch eine Nacht.

Klar, nehm ich dann den Part der ersten Gassi-Runde und ich nutze es als schnelle Walking-Strecke (ohne Stöcke), Fidel dann als langsame Runde (mit Stöcken).

Fidel flirtet mit anderen Hunden aber vor allen Dingen mit Stöckchen bzw. Baumstämmen. Da ich die Fidel-Sprache nicht 1a beherrsche, benötige ich eine Weile, bis ich verstehe, dass das Wühlen im Gras und das laute Bellen bedeuten: "Schmeiß mir den Stock irgendwo hin, so dass ich ihn aufsammeln kann." Wäre schön, wenn er sich nicht immer solche Baumstämme aussucht, ich hab weniger Kraft im Oberarm als Fidel im Kiefergelenk.





Auch dieser Ast wird als potentielles Spielzeug beäugt, dann aber liegen gelassen. Puh!


Nach Frühstück und Koffer packen gehts ab in die große Stadt mit dem Dom - und hier muss es erstmal ein Kölsch im Lommerzheim sein - voll schon um 12.00 Uhr mittags. Sowohl das Lokal als auch einige Besucher dessen. Wir belassen es bei 3 Kölsch und 1 sauren Gurke. Fidel ist not amused. Er riecht Koteletts und bekommt ein Stück Gurke. Verständlich, wenn er das wieder ausspuckt.


Die Stadt ist voller Demonstranten - Pegida, Linke, Frauenrechtlerinnen - auf der einen Seite des Doms bekommt man davon nichts mit. Hier amüsieren wir uns bei schönem Wetter über die Seifenblasen. Nur ein paar Polizisten und deutlich weniger Migranten als sonst an dieser Stelle.







Wir umschiffen geschickt die Demonstrationszüge, essen unsere Crepes in Ehrenfeld, um danach den Bahnhof zu queren aber vorher noch die Kundgebung der Gegendemonstranten zu streifen. Aufgeregte Polizisten laufen laut rufend durch den Bahnhof. Komisch ist das hier in meinem Köln. Das, was ich in den Nachrichten lese und das, was ich hier spüre ist so gar nicht das, was ich mit meinem Köln verbinde. Aber ich möchte mich auch hier zu dem Thema nicht auslassen außer der Tatsache, dass es mich sehr beschäftigt, dass es so weit kommen konnte und was das für die Stadt und für viele Menschen (Frauen, die nachts unterwegs sind, Menschen, die als Asylanten hier leben und in einen Topf geschmissen werden) bedeutet.

Wir gehen auf der anderen Seite der Hohenzollernbrücke zurück, auf der meine Nichte dieses schöne Foto schießt. Ein schöner Abschluss eines schönen Tages.


Hund und Nichte sind wieder in ihrem zu Hause.

Es war ein schöner Tag.

Freitag, 8. Januar 2016

~ Walking in the sunshine ~

Inkl. Gastkommentar von Monsieur Fidel:

Blumenmond: Kurzfristig melden sich Nichte und Fidel zum Besuch an. Freudig, mal Zeit zu haben, den Hund tagsüber zu sitten, da verwirft man auch gerne seine Saunabesuchpläne (was sich angesichts des herrlichen Wetters als absolut korrekt herausstellen wird).

Fidel: Manchmal - wenn Frauchen dieses Ding auf Rädern packt, worin sie ihre Kleider verstaut - gehen wir nicht nur in den Park sondern fahren mit diesen Dingern mit den 4 oder mehr Reifen. Meist geht es dann dorthin, wo Leute wohnen, die ähnlich sprechen und ähnlich riechen, wie Frauchen. Ich glaube, die sind mit ihr verwandt.

Aber erstmal im strömenden Regen Nichte und Hund am Bahnhof aufgelesen und heile ins Heim gebracht. Kleines Abendessen nach einem für mich emotional anstrengenden (Abschied bei den Kollegen) Tag.

Fidel: Gott sei Dank hab ich mein rotes Mäntelchen für solche Reisen. Das ist nass, das ist kalt, dass ist eklig. Und da freue ich mich, die Frau zu sehen, die so ähnlich spricht, wie mein Frauchen und dann darf ich nicht zur Begrüßung an ihr hochspringen. Versteh ich nicht. Sie faselt irgendwas von sauberer Jeans und so. Komisch.
Mein Plan für den nächsten Tag ist es, mit Herrn Fidel zu Wandern oder zu Walken - aber der Sturm und der Regen, der am Abend über uns zieht, lassen meine Pläne kritisch erscheinen. Ein Blick in der Wetter-App hätte geholfen aber überraschen lassen ist auch schön.

Fidel: Ich treffe in der Wohnung angekommen (Ich finde auf Anhieb die richtige Tür - logisch, kann ich ja riechen - werde dafür aber immer gelobt. Mann muss die Zweibeiner nicht immer verstehen) den Herrn des Hauses. Zumindest den darf ich standesgemäß begrüßen. Ich bin ein wenig enttäuscht. In dem Haushalt bekomme ich meistens kein richtiges Fleisch. Tofustücke oder Sojawürstchen oder ich darf die auf den Boden gefallenen Weihnachtskekse aufessen. Aber selbst da ist Margarine drin und keine Butter. Auf Eier brauch ich gar nicht hoffen. Nur manchmal... manchmal gibt mir der Mann im Haus die Ränder von seinem Schinken ab - aber auch nicht immer. Besser ist es, wenn ich bei den noch älteren Leuten bin. Die geben mir morgens immer mein Leberwurstbrot, da bin ich schon die ganze Nacht in Wartestellung, bis die aufwachen. Leberwurstbrot... ich liebe Leberwurstbrot.

So ist das Haus früh auf den Beinen. Der Mann zur Arbeit, die Nichte zur Uni und ich gehe die erste kurze Runde im Dunkeln mit dem Hund (und lasse ihn nur kurz von der Leine, weil ich das dunkle Kerlchen ja sonst nicht mehr wieder finde), hole Brötchen und versorge die Nichte mit geschmierten Käsebroten - mal sowas wie Mama spielen, auch schön. :-)

Fidel: Nach der ersten Nacht endlich pieseln. Die Frau nimmt mich mit in Richtung des großen Wassers. Nie darf ich auf dem Weg die Zäune der Häuser markieren, erst wenn keine Häuser mehr da sind, darf ich ran. Aber stopp... sie lässt mich gar nicht von der Leine wie sonst. Da bleib ich einfach erstmal stehen - so gehts ja nicht. Und kacken.. kacken werde ich auf keinen Fall, so lange ich an der Leine bin. Das ist mal sicher.

Ach.. jetzt kommt Licht an der Straße, jetzt endlich lässt sie mich los. Zur Belohnung und weil das alle immer so erfreut, kacke ich direkt mal auf die Grasbüschel - ist das schon mal erledigt.

Aber halt.. warum werde ich jetzt hier wieder vor dem Haus mit der vielen Beleuchtung alleine gelassen? Ich will das nicht, ich will mich hier auch nicht setzen. Der Boden ist kalt und überhaupt. Ach.. da ist sie ja schon wieder. Ne Tüte unterm Arm. Riecht lecker aber nicht nach Wurst.


Das Bügelprogramm absolviert, kurze bescheuerte Foto-Session mit dem Hund und dann gehts raus. Ich bin gespannt, wie er reagiert, wenn ich mit den Stöcken unterwegs bin. Die ersten 3km muss er fast durchgängig an der Leine gehen. Erstmal will er den Stock schnappen, hat aber schnell verstanden, dass ich damit nicht spielen möchte.

Fidel: Was will sie denn jetzt? Zieht sich auch ein rotes Tuch an und was ist das da für ein Knubbel auf ihrer Nase? Als wenn die nicht ansonsten schon knubbelig genug wäre. Und warum muss ich neben ihr sitzen und in eine bestimmte Richtung schauen? Seltsam ist die schon, die kleine Frau. Liegt bestimmt an diesem komischen Tofu-Zeugs.

Aber endlich wieder raus. Die Stöcke zum Werfen hat sie schon mitgenommen. Das ist ja praktisch. Ich versuche, in den Stock zu beißen und merke, dass sich das unangenehm angefühlt. Außerdem werde ich getadelt.. verstanden. Diese Stöcke sind nicht zum Spielen da aber warum nimmt sie die dann mit?

Wir gehen zum Rhein und er biegt in die für ihn gewohnte Gassi-Runde ab... nein, ich bin stärker, andere Richtung. Die Sonne scheint schön über dem Rhein, der Himmel so blau, da muss das erste Foto her, später noch eins mit Fidel, bevor wir eine Strecke an der Hauptstraße lang zum Nachbarort und dessen Rheinbogen gehen.

Fidel: Wie jetzt? Nicht links sondern rechts? Wir gehen IMMER links... ich mag Rituale, mach doch sowas nicht mit mir.

Dort angekommen, kann ich das Fidelchen endlich von der Leine lassen und er düst sofort los. Erschnüffelt Hasenheimeingangslöcher, pieselt alle möglichen Grashalme voll und trabt munter los und ich hinterher.

Fidel: Boah, ich hab gedacht, die hält mich die ganze Zeit an der Leine. Unglaublich. Endlich kann ich Gas geben. Hallo... ich rieche Häschen, kleine schöne Häschen zum Jagen.. und schon wieder werde ich zur Ordnung gerufen. Nix darf man, verdammt!

Wenig Verkehr auf den Wegen, so muss ich ihn selten bei Fuß rufen und er kann ungehindert laufen, schnüffeln und pieseln.

Fidel: Nix ist hier los. Keine Radfahrer, die ich umwerfen kann, keine anderen Hunde, keine Jogger? Ok, dann les ich die Geschichte weiter, die mir die Schnüffelei auf dem Boden erzählt.









Auf dem Weg zurück wieder an der Leine. Da merkt man die Erschöpfung der doch langen Strecke doch gut, er zieht kein Stück mehr, will kaum noch sein Revier markieren und geht ganz kraftlos die Treppen zu unserer Wohnung hoch.

Fidel: Ich kann nicht mehr, wie weit ist denn noch? Warum muss ich wieder an die Leine und nicht auf den Arm? Puh!

Der erste Weg führt zum Kühlschrank. Hunger scheint er zu haben. Ich packe ihm sein Futter in den Napf, Fehlanzeige. Aber die Hypnose des
Kühlschranks wird fortgesetzt. Als er merkt, dass er hier nichts ausrichten kann, lässt er sich schlapp auf die Base fallen - feddisch.

Fidel: Oh Treppen, ich kann keine Treppen mehr. Aber oben bekomme ich bestimmt zur Belohnung ne Wurst. Werd ich direkt mal das Ding aufsuchen, aus dem die kalte Luft strömt und die Leckereien hervor kommen. Hey... warum gibst Du mir nichts aus dem silbernen Ding? Hallo.... hörst du mal auf mich? Och nö.. jetzt muss ich auf meine Base, warum das denn? Und warum bekomme ich keine Belohnung?

Ich muss ihn wg. Physio-Termins alleine lassen, packe ihn ins Büro. Übe ein paar mal "Heimkommen", damit er weiß, dass ich wiederkomme. Aber die knappen 45 Minuten waren ihm dann doch zu viel. Er quietscht, bellt, rennt zweimal die Holztreppe hoch und runter (was er nicht darf und was dort direkt mit Kratzern belohnt wurde) und war nicht zu halten, bis ich ihn streng auf seine Base verwiesen hab. Jetzt kann er in Ruhe schlafen, ich bin da und er erschöpft und ich glaube, ich mach das jetzt auch.

Fidel: Und jetzt kommt echt die Frechheit. Sie schließt mich in das Zimmer ein, in dem ich immer bin, wenn es dunkel ist. Aber es ist noch gar nicht dunkel und mein Frauchen liegt auch nicht in dem weichen Ding da rum. Hey.. ich will hier raus. Wo bist du? Meine Aufregung scheint sie nicht zu verstehen, als sie mich nach einer Ewigkeit befreit. Dass ich daraufhin belle, will sie auch nicht und ruft mich schon wieder zur Ordnung. Hey, ich bin nicht schuld, Du hast mich verlassen! OK, ich bin brav, leg mich auf die Base und jetzt kann ich auch wieder in Ruhe schlafen.

Nicht immer alles ganz leicht bei der Frau, von der ich nie ne Wurst bekomme.

Mittwoch, 6. Januar 2016

~ Alles Kopfsache ~

Gestern erzähle ich noch Lutz, dass ich jegliche Form von Indoor-Sport hasse.

Heute wird es endlich noch mal Zeit für Kieser - ist ja nur ne halbe Stunde. Und was mach ich ansonsten heute noch für Sport? Puh.. Rad fahren wäre ne Möglichkeit.

Und dann kommt mir der Gedanke, den aufgezeichneten Film "Mord mit Aussicht" zu schauen und dabei den Ergometer zu treten. Ich berichtete schon vor einigen Monate, wie schwer mir es fällt, auf diesem ollen Ding durchzuhalten. Schnell wird mir fad, schnell werd ich ungeduldig.

Ich darf vermelden - ich hab es 60 Minuten ausgehalten - das geht wohl nur mit "Mord mit Aussicht". Allerdings hab ich vorher auch meine durchaus vorhandene innere Gegenwehr virtuell an die Wand genagelt und meine Motivation an den Haaren aus dem Matsch gezogen. Hat geklappt.

Stolz ich bin!

Dienstag, 5. Januar 2016

~ Die Balschuweits, der Regen und wir ~

Die Balschuweits wohnen ja nicht weit von mir weg. Da sie nicht nur jeden morgen Laufen sondern auch jeden Nachmittag Wandern, wollte ich sie auf Letzterem schon länger mal begleiten. Meine berufliche Auszeit ist gestartet, meine Cruise and Cook Tour noch nicht. Jetzt ist die Gelegenheit.

Als ich morgens zum Bäcker latsche, fallen dicke Regentropfen auf meinen Schirm, die Kälte zieht unter die Jacke. Ist das wirklich ne gute Idee, heute Wandern zu gehen?

Vorab gesagt: Ja! Wenn das Wetter mal so ist, dass Ihr keinen Hund vor die Tür schicken wollt, dann geht Wandern. Den Läufern brauch ich das ja nicht sagen, die wissen das eh.

Und von wegen "keinen Hund vor die Tür schicken". Was Paul uns bei dem Wetter dargeboten hat, war großes Kino. Da er ja nicht sprechen kann, konnte ich ihn nicht fragen aber er machte so ziemlich den Anschein, dass er mächtig Spaß hatte.

Erstmal also bei Anja und Lutz mein Auto geparkt, die Mißverständnisse zu meinem Facebook-Namen (der nicht Anja lautet) ausgeräumt und dann ein kurzes Stück mit dem Auto, um noch Bulbul und Masood einzusammeln und schon gehts los.

Moment.. bevor es los geht, müssen noch Anja, Lutz und Anja ihre GPS-Uhren und/oder das runtastic starten. So viel Zeit muss sein. Wenn ich mir bedenke, dass Bulbul und Masood, die Lutz beim Laufen begleiten, mit einem Paar Laufschuhe auskommen müssen und die auch für die Wanderung solche anziehen, dann muss das ziemlich bescheuert wirken.

Der Regen hält sich erstmal in Grenzen, Anja findet ein Geldstück und wir betreten Matsch-Terrain.

Landschaftlich ist es schön im Bergischen, das ist mir ja durchaus bekannt. Es kommt natürlich nicht ganz so zur Geltung, wenn es von Oben Bindfäden regnet.

Wunderbar ist es, wenn ortskundige Wanderer dabei sind und man nicht ständig auf seinen Garmin schauen muss. Der tütet mir zwar jeden Kilometer entgegen, bleibt aber ansonsten unbeachtet.

Paul unterhält uns mit diversen Stöckchen, die er
nicht nur zeigt sondern auch zerkaut.

Endlich im Wald sind es Tannenzapfen, die er einsammelt und einem vor die Füße legt. Das Spiel funktioniert dann so, dass man den Zapfen schießt und er ihn einsammelt und alles von vorne los geht.

Er wird Frau Blumenmond für eine sehr schlechte Spielpartnerin halten - ich schieße die Dinger und die landen dann 30 cm vor uns im Matsch. Das macht ja keinen Spaß. Lutz und die
Jungs schaffen da deutlich größere Strecken.

Die Krönung des Paul-Entertainments ist, als er in dieses Matschloch steigt und darin gräbt - die Beinchen haben danach braune Schlammstiefel, die Schnauze ist auch schlammbraun (soll ja gut für die Haut sein) und der Unterbauch ist auch eingesaut - da hilft wohl nur noch Ganzkörperbad.

Echt putzig der Kleine.
Während der Wanderung, die mittlerweile von starkem Regen geprägt ist,  immer wieder interessante Gespräche übers Laufen, Gymnastik, Flüchlinge und die Weltrettung. Schaffen wir - ich bin sicher. :-)

Wir lernen, dass das Wort Klo auf  Urdu (und überhaupt lerne ich, dass Urdu in Pakistan die Amtssprache ist) Stopp heißt oder Stehen bleiben - etwas in der Art.

Es wird dunkel im Wald, zum Schluss stolpern wir ohne Licht über schlammige Pfade... schön so.

Lutz schießt noch das obligatorische Gruppenfoto für den Balschuweit-Blog und wir verabschieden uns zuerst von Bulbul und Masood und dann gegenseitig. Ohne den befürchteten Stau komme ich nass aber mit großer Zufriedenheit im Blumenmond-Heim an und koche mir ein schönes Dal mit Kartoffeln und Erbsen.

Was für ein entspannter und schöner Nachmittag. Regen und Schlamm sollte uns nicht von Wanderungen abhalten - echt jetzt.

Danke Euch für die schöne Zeit, das wiederhole ich gern noch mal.

Samstag, 2. Januar 2016

~ Welch ein Kampf ... ~

... den ich da mit diesem komischen Tier führen muss, dass manche Menschen als Schweinehund bezeichnen. Wer den erfunden hat, gehört gevierteilt, geteert und gefedert - Reihenfolge noch auszusuchen.

Dabei sind die Bedingungen ideal. Ich bin fit (keine Silvesterschäden), es ist nicht besonders windig, die Sonne schaut ab und zu zwischen den Wolken vor.

Ach, verdammt - Passwort von gpsies vergessen. Da wollte ich mir doch die Strecke runterladen. Na ja, dann geht das wohl nicht - kein Passwort, keine Radtour. Oder.. die Leiste tut weh, ich hab jedwede Entschuldigung, nichts zu machen. Blöd halt nur, dass die Leiste mit oder ohne Betätigung schmerzt.

Der Kerl bekommt keine Chance, meine Tour ist auf dem Garmin, die Wintergarnitur angezogen und los gehts. Ich hab die 20km von und zum Kieser gut überstanden. Dann müssen 36 km am Stück auch gehen. Ich beginne - wie immer - mit meiner Lieblingstour. Und heute wurde mir auch noch mal klar, warum sie das ist. Sie verläuft an vielen Stellen auf Feld- und Waldwege. Ich bin definitiv keine Rennradfahrerin, die Kilometer schrubbt. Ich liebe das Fahren im Wald, durchs Feld - an Gehöften und anderen schönen Dingen vorbei.

Nach einigen Kilometern sehe ich vereinzelte Golfer über den Platz huschen. Der Kerl hier hält ständig Wacht über die Meister des Eisens.


Das Schloss Garath besuche ich zum wiederholten male. Man fährt mit dem Rad quer durch den Schlosspark


Nachdem ich ja nun den Kampf mit dem Schweinehund überwunden hab, vollzieht sich bei mir ein innerlich ganz anderer Kampf. Hatte ich doch zugestimmt, Frau Mohrs Vorschlag zu folgen, einfach kein Arschloch zu sein, so komme ich schnell an meine Grenzen. Hundehalter und Radfahrer sind natürliche Feinde. Ich habe gelernt, mich sehr frühzeitig mit meiner Klingel (die ist so laut, da springt selbst ein Opa am Stock sofort auf Seite - heute getestet) bemerkbar zu machen. Es gibt einfach Exemplare, die es nicht schaffen, ihre Hunde dann zur Stelle zu rufen. Das führt eben einfach zu häufig dazu, dass ich ne Vollbremsung machen muss, um nicht dem Hund und in der Konsequenz auch mir gesundheitlich zu schaden.

Und schon ist es mit den guten Vorsätzen dahin - na super, das Neue Jahr gerade mal 14 Stunden alt!

Erfreue ich mich doch lieber den Seen und der Sonne.


In unserer Gegend unvermeidbar, auch mal Autobahnen zu überqueren - nicht viel los heute auf der A3. Ist auch klar, die Leute sind alle im Wald mit ihren Hunden spazieren.


Nach 20km gibts ein kleines Päuschen im Wald - der Vernunft wegen. Da aber die Kälte über die Holzbank durch meine Radbuxe schnell zu meinem Allerwertesten vordringt, gebietet die nächste Vernunft, sich wieder schnell auf den schwarzen Esel zu schwingen. Weiter gehts.


Sieht fast aus wie ein Bild im Frühjahr, oder? Das satte Grün, der blaue Himme.



Schnell Solingen gestreift und schon bin ich wieder in Feld, Wald und Wiese.


Und nachdem ich die Bahn- und anschließend die Autobahnbrücke fahrend geschafft hab, bin ich nach gut 2 Stunden und 36 km zufrieden und ausgepowert wieder zu Hause. Macht ja doch Spaß, merk Dir das, Du blöder Sauköter, Du!

Freitag, 1. Januar 2016

~ Tradition ~

"Tradition (von lateinisch tradere „hinüber-geben“ oder traditio „Übergabe, Auslieferung, Überlieferung“) bezeichnet die Weitergabe (das Tradere) von Handlungsmustern, Überzeugungen und Glaubensvorstellungen u. a. oder das Weitergegebene selbst (das Traditum, beispielsweise Gepflogenheiten, Konventionen, Bräuche oder Sitten)." Quelle Wikipedia

Mein Handlungsmuster ist, am Silvestermorgen die (unschönen) Überbleibsel der Silvesternacht festzuhalten. Ob das nun laufend ist oder wie heute, mit einem kleinen schönen Morgenspaziergang, ist egal. Tradition halt.

Der Abend war schön, mit Freunden zusammen gesessen und gegessen - das Essen war genau um Mitternacht vorbei, so dass wir es so gerade noch auf den Balkon schafften, um das Neue Jahr zu begrüßen und uns anzuschauen, wie die Leute Ihre geplünderten Bankkonten in die Luft schießen.

Es ist wohl müßig, darüber nachzudenken, was man mit dem Geld alles tun könnte.

Lieber das Neue Jahr freudig begrüßen, auf dass es uns gut gesonnen ist.
Für mich startet es aufregend. Meine Auszeit, in der ich mich ja schon befinde, versüsst mit meiner Reise zu Frenden - cruise and cook.
Eine neue berufliche Herausforderung, die auf mich wartet und auf die ich mehr sehr freue.
Gerne hätte ich noch das Zückerchen auf dem 2016-Kuchen, dass ich irgendwann mal wieder laufen kann. Aber ich bin weiterhin geduldig, die Zeit wird es bringen.





Und ansonsten werde ich es nehmen, wie es kommt.
Hauptsache mein Leben bleibt so reich an tollen Menschen, hier ganz in meiner Nähe und teilweise auch ganz weit weg.
Das ist wohl mein wichtigster Wunsch in 2016, dass mein Leben so bunt und voller Menschen bleibt, wie es ist und war.
Neujahrswünsche sind wohl nun reichlich verteilt.

Lasst es Krachen in 2016!